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Inklusion in Einrichtungen von Wissenschaft und Kultur

Inklusion statt Integration

In der UN-Behindertenrechtskonvention  geht es nicht mehr um die Integration von »Ausgegrenzten«, sondern darum, allen Menschen die uneingeschränkte Teilhabe an allen gesellschaftlichen Aktivitäten möglich zu machen. Ein gemeinsames Leben aller Menschen mit und ohne Behinderungen soll Normalität sein. Folglich hat sich nicht der Mensch mit Behinderung den Institutionen anzupassen, sondern die Institutionen müssen sich den Bedürfnissen der Menschen anpassen. Am 26. März 2009 hat die Bundesregierung die UN-Behindertenrechtskonvention ratifiziert. Inklusion ist auch in Hochschulen, Forschungs- und Kultureinrichtungen kein Fremdwort mehr, aber immer noch eine Aufgabe, für die es einen langen Atem braucht. Nötig ist ein Paradigmenwechsel weg von der Fürsorge im Einzelfall hin zum Ermöglichen der selbstbestimmten Teilhabe von Menschen mit verschiedenen Merkmalen und Bedürfnissen. Ministerium begleitet, moderiert und unterstützt diesen Prozess.

Gleichberechtigte Bedingungen für alle schaffen

Barrierefreiheit an der TU Dresden © Stephan Floss

Jedes Talent wird gebraucht! Jeder kann, darf und muss sich beteiligen können. Menschen mit Behinderungen gehören dazu – als Mitarbeiter/Mitarbeiterin und Besucher/Besucherin in Forschungsinstituten, Hochschulen, der Berufsakademie Sachsen und Kultureinrichtungen oder als Studierende.

Um die Teilhabe von Menschen mit Behinderung zu verbessern, stehen für inklusive Maßnahmen in Einrichtungen von Wissenschaft und Kultur in Sachsen jährlich jeweils eine Million Euro an Fördermitteln zur Verfügung. Eine entsprechende Förderrichtlinie  des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst wurde im Sommer 2017 beschlossen. Landesfinanzierte Forschungseinrichtungen  sowie die institutionell geförderten Kultureinrichtungen werden finanziell bei Vorhaben unterstützt, die der Inklusion dienen. Damit wurden Projekte wie die Audiodeskriptionen von Filmfestivals, barrierefreie Webseiten oder Führungen und Flyer in Leichter Sprache verwirklicht.

Unterstützt wird vom SMWK auch die Servicestelle Inklusion im Kulturbereich beim Landesverband Soziokultur, die u.a. berät, wie gleichberechtigte kulturelle Teilhabe umgesetzt werden kann. Für inklusive Maßnahmen in Sachsens nichtstaatlichen Museen stehen zusätzlich für 2019 und 2020 jeweils 130.000 Euro bereit.

In den Verwaltungen und Geschäftsführungen soll das Bewusstsein für Menschen mit differenzierten Ansprüchen gestärkt werden, damit diese gleichberechtigt mit anderen am öffentlichen Leben teilnehmen können. Dies beinhaltet auch den gleichberechtigten Zugang zu kulturellen Aktivitäten und Orten wie Theatern, Museen, Kinos und Bibliotheken. Zugeschnitten ist diese Förderung auf die landesfinanzierten Forschungseinrichtungen sowie institutionell geförderten Kultureinrichtungen, Kulturvereine und -verbände.

Die vom Wissenschaftsministerium in Auftrag gegebene Studie Auf dem Weg zur inklusiven Hochschule  hatte gezeigt, dass es für die Belange von Menschen mit Behinderungen zwar überall eine positive Grundhaltung gibt, dass man sich aber noch viel stärker konzeptionell und strategisch damit auseinandersetzen muss. In der Studie war die Situation von Studierenden und Beschäftigten mit Behinderungen im öffentlichen Wissenschaftsbereich untersuchen worden. Um das Thema noch stärker in den Einrichtungen zu verankern, fand im Oktober 2016 im SMWK eine Fachtagung zu diesem Thema statt. Zum Nachlesen wurden alle Wortbeiträge der Tagung in einer Broschüre  dokumentiert.  Alle Einrichtungen sind nun aufgefordert, eigene Maßnahmepläne zu erarbeiten, auf deren Basis die UN-Behindertenrechtskonvention in den nächsten Jahren systematisch und Zug um Zug umgesetzt wird.

Die Koordinierungsstelle  zur Förderung der Chancengleichheit an sächsischen Universitäten und Hochschulen versteht sich als landesweite Einrichtung, die im Hochschulbereich alle Akteur*innen aktiv unterstützt, die für die Gleichstellung der Geschlechter und die Inklusion von Menschen mit Behinderung oder chronischer Erkrankung eintreten.

Sie wurde ursprünglich 2009 zur Unterstützung der Gleichstellungsarbeit, und dabei vor allem der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten an Universitäten und Hochschulen, gegründet. Seit Anfang 2017 wirkt sie zudem als Fachstelle Inklusion und unterstützt seitdem auch in diesem Bereich die Bemühungen um echte Chancengleichheit.

Die 14 staatlichen Hochschulen und die Berufsakademie Sachsen werden seit 2015 jährlich mit 2 Millionen Euro  unterstützt, um die Situation von Mitarbeitern und Studierenden mit Behinderungen zu verbessern. Viele größere und kleinere Projekte haben damit Studium und wissenschaftliches Arbeiten für Menschen mit Beeinträchtigung erleichtert.

Auch im neuen Internet-Auftritt der Kampagne Pack dein Studium. Am besten in Sachsen, die vom SMWK inhaltlich betreut wird, gibt es ein umfangreiches Angebot zum Thema Studieren mit Handicap. Die gesamte Seite ist barrierefrei zugänglich und hat vom Deutschen Zentrum für barrierefreies Lesen – dzb lesen das offizielle BIKOSAX-Gütesiegel  (BIKOSAX – Barrierefreie Informations- und Kommunikationsangebote des Freistaates Sachsen) erhalten. BIKOSAX testet klassische und mobile Internetseiten auf Barrierefreiheit. Dabei liegen internationale und nationale Prüfstandards zugrunde. Alle Tests werden von blinden Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen begleitet.

Die Fördermittel für inklusive Maßnahmen werden auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtages beschlossenen Haushaltes vom Freistaat Sachsen vergeben.

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